Rohdiamanten

Im Folgenden eine kritische Abhandlung zum Thema Diamanten und Abbau von Diamanten, die mir lesenswert erscheint:

ENTSTEHUNG DER DIAMANTEN

Der Lagerstättenkundler Dr. Alexandre A. Capita aus dem Kongo, der im
vergangenen Jahr in Clausthal mit einer mineralogischen Arbeit über
Diamantvorkommen promoviert wurde, sprach auf Einladung der Afrikanischen
Studentengemeinschaft Clausthal am 5. Februar im Studentenzentrum zum
Thema Diamanten in Afrika. Es wurde angekündigt, dass zur geologischen
Entstehung der Diamanten ein vertiefender Vortrag am 15. April folgen
sollte. An diesem Abend streifte Dr. Capita daher diese Sachverhalte nur;
die Diskussion wandte sich primär den politischen Folgen des
Diamantenreichtums
in Angola, Sierra Leone und der Demokratischen Republik Kongo zu. Gibt
es eine Chance, dass Diamanten (und andere Rohstoffe) von Regierungen und
Rebellen nicht nur zum Waffenankauf genutzt werden, mit der Folge
einer Abwärtsspirale aus Gewalt und nicht enden wollender Kriege? Die
Skepsis unter
den afrikanischen Gästen war groß , das Kimberley-Process-Abkommen,
mit dem Rebellenarmeen von den Diamanten als Finanzierungsquelle ihrer
Waffenkäufe abgeschnitten werden sollen, bewirke letztlich nicht mehr als
die Macht des Unternehmens De Beers zu stärken und die einfachen Afrikaner
vom Segen des Diamantenreichtums auszuschließen. Was denn aber
stattdessen getan werden könne und solle, um das Kriegsfeuer zu dämpfen,
konnten die Skeptiker nicht sagen; ob dies deren Unvermögen oder die objektive
Vertracktheit der Situation beschreibt, muss vielleicht offen bleiben.


Blutdiamanten fachen Waffenhandel an


Diamanten sind bis zu 3,3 Milliarden Jahre alt, d.h. sie sind „kurz“
nach der Zeit des Bombardements der Erde mit Meteoriten und lange vor der Spal-
tung des Superkontinents „Pangaea“ (Gondwana und Laurasia) gebildet
worden und stammen aus einer Tiefe von mehr als 150 km im Erdmantel;
nur unter den Druck- und Temperaturbedingungen dieser Teufe kann die
spezielle Kohlenstoff-Kristallstruktur des Diamanten entstehen: vier Koh-
lenstoffatome, äquidistant um ein zentrales Kohlenstoffatom zueinander
angeordnet, verleihen dem Diamanten seine besonderen Eigenschaften. Nur
bei seltenen vulkanischen Explosionstrichtern, wie zum Beispiel bei Kim-
berley in Südafrika reicht der Bildungsort der Magmen so tief, dass der Her-
kunftsbereich der *Diamantentstehung* mit angeschnitten wird. Und nur in
den Bereichen alter kontinentaler Strukturen, Kratone genannt, treten Dia-
manten auf. Die Kratone sind seit dem Präkambrium nicht mehr tektonisch
beansprucht worden, und ihre relativ kühle Lithosphäre reicht bis in Tiefen
von 200 km hinab. In den Bereichen jüngerer kontinentaler Kruste, wie dem
Harz oder in Norwegen beispielsweise, konnten Diamanten nicht entstehen.
Jeder Diamant ist hinsichtlich Klarheit, Reinheit und Farbe, aufgrund von
Begleitelementen, die ins Kristallgitter eingebaut sein können, einzigartig;
und wegen seiner extremen Härte und Korrosionsbeständigkeit von nahezu
„ewiger“ Dauer. Diese Attribute und die hohe Lichtbrechung (sein „Feuer“)
sind es, welche, geschickt genutzt von den Werbestrategen der Diamanten-
industrie, auf romantisch veranlagte und (verliebte) finanzkräftige Men-
schen seit jeher eine geradezu magische Wirkung ausüben. Die insgesamt
jährlich nur rund 24 Tonnen (120 Millionen Karat) von im Bergbau natür-
lich gewonnenen Roh-Diamanten repräsentieren einen Wert von 7 Milliar-
den US-Dollar, der sich durch Schleifen und Einarbeitung in Schmuck auf
rund 50 Milliarden US-Dollar erhöht.
*ÖKONOMISCHE ROLLE DER DIAMANTEN*
Die Heimat der Diamanten ist Indien, wo seit der Antike bis ins 17. Jahrhun-
dert die einzigen Vorkommen bekannt waren. Erst danach wurden Diaman-
ten auch in Brasilien, Südafrika und anderen Ländern entdeckt. Die Kunst
des Diamantschleifens, wurde nach Anfängen in Indien, 1.500 v. Chr., im
Mittelalter in Europa weiterentwickelt, und ist heute ein wichtiger Wirt-
schaftszweig vor allem in Indien. Der Rohdiamantenhandel liegt zu rund 70
Prozent in Händen des südafrikanischen Unternehmens De Beers, das regel-
mäßig an eine Hand voll Großhändler Rohdiamanten zu festen Preisen ver-
teilt, die dann in Antwerpen, Amsterdam, Tel Aviv, Bombay, Surad und New
York weiterverarbeitet werden. „Sehr zum Nachteil der Afrikaner gibt es in
Afrika, wo die größten Diamantvorkommen der Welt liegen, keine Diaman-
ten weiterverarbeitenden Zentren. Daher bleibt Afrika von diesem Teil der
Wertschöpfung ausgeschlossen“, sagte Dr. Capita.

Rohdiamanten

Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.

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